Klasse 4a in Stockheim

Am Montag, den 5. Juni, starteten wir um 8.30 Uhr vom Marktplatz Thalmässing aus Richtung Fränkische Seenplatte - Max Dorner mit dem Auto sowie die Klasse und ich im Bus. Oben war der Bus halb voll mit Vorfreude zappelnden Kindern unten randvoll mit Gepäck und Naturalien spendabler Eltern. Mit vereinten Kräften schafften wir diese Massen dann auch ins Haus. Weil wir die Zimmer noch nicht beziehen konnten, packten wir gleich unsere Badesachen und marschierten die 3 km nach Enderndorf zum Baden.
Dort tobten sich die Kinder so richtig aus mit Wasserplantschen, „Badeinsel zum Schaukeln bringen" und sich gegenseitig in den Sand einbuddeln. Nach einer Tretbootfahrt und einem Eis gingen wir dann zurück, um endlich unser Revier in Besitz zu nehmen: Wir bezogen dann die Betten, wenn wir doch die Mamas hätten! Und ein Chaos war im Zimmer, dass wir sahn den Boden nimmer. So lautet die entsprechende Strophe unseres Schullandheimliedes. Anschließend kam die Premiere in puncto Eigenversorgung. Mit unseren Spaghetti haben wir uns aber ganz gut geschlagen. Abends stand „T-Shirt-bemalen" auf dem Programm, wo so intensiv gearbeitet wurde, wie man es sich in der Schule nur wünschen kann.
Weil am nächsten Morgen das Wetter recht instabil aussah, marschierten wir nur nach Absberg auf den Erlebnisspielplatz, was sich wegen der enormen Steigung trotzdem als sehr mühsam herausstellte. Als es am Nachmittag wirklich regnete, vertrieben wir uns die Zeit mit Spielen und einer recht turbulenten Schullandheimrallye. Nach Wienerle und Pommes beschlossen wir den Abend dann mit dem Spielfilm von Asterix und Obelix. Am Mittwoch war Fahrradfahren angesagt. Es ist schon eine Aktion, bis zwanzig Kinder und drei Erwachsene (Elke Pfahler war inzwischen dazugekommen) mit passenden Rädern versorgt sind. Die Tour (etwa 32 km) ging zunächst von Absberg aus am Igelsbachsee entlang, dann um den großen und kleinen Brombachsee und auf der anderen Seite des Igelsbachsees wieder zurück. Natürlich haben wir an jedem Spielplatz Rast gemacht und dazwischen hätte uns der Wind mit Windstärke acht manchmal fast vom Fahrrad geweht. Sämtliche Müdigkeit schien aber bei der Rückkunft wie fortgeblasen, es stand bei den Jungs nämlich wieder (wie immer) Fußball auf dem Programm. Nach dem Grillen fand sogar ein Freundschaftsspiel gegen die Mannschaft der Behindertengruppe statt, die am Zeltplatz campierte. Einen romantischen Ausklang fand der Abend am Lagerfeuer mit Gitarrenmusik. Für unseren letzten vollen Tag, den Donnerstag, hatten wir uns Mammutprogramm vorgenommen. Vormittags wanderten wir durch das Schnittlinger Loch nach Spalt, wo wir um 13.00 Uhr eine fachkundige Führung von Herrn Hartmann, einem Mitglied des örtlichen Heimatvereines, durch das mittelalterliche Städtchen bekamen. Rathaus, Kornhaus und das „halbe" Schlenzgerhaus, das an die Stadtmauer angebaut ist, waren nur einige der Stationen, die für die Schüler durch ein Städtequiz in Gruppenarbeit zusätzlich interessant wurden. Den Höhepunkt dieser Tour bildete nach dem Arrestturm natürlich der Handwerkerturm, in dem auf sechs Etagen ein sehr anschauliches Heimatmuseum eingerichtet ist.
Nach über 100 anstrengenden Stufen besichtigten wir dort nach der Handwerkerstube in den verschiedenen Ebenen alte Einrichtungen und Werkzeuge traditioneller Berufe, so z.B. einen Friseursalon von anno dazumal, eine Schusterei (mit Nagelschuhen!), eine Wagnerei, Schreinerei und Zimmerei. Die anschließende Eis- und Limopause im Biergarten hatten wir uns damit redlich verdient. Mit frischen Kräften starteten wir dann um halb vier in Richtung Massendorfer Schlucht. Diese bot dann tatsächlich das Haupterlebnis der gesamten Woche. Beim Anblick der steilen Wände und großen Steine blieb den Kindern erst fast der Mund offen stehen, dann ertönte ein vielstimmiges „Ah" und „Oh" und schließlich waren sie nicht mehr zu bremsen. Hier konnten sie nach Herzenslust herumklettern und -steigen und jeder wurde von dieser Euphorie
Text: Marita Fumy
Gestaltung : K.Seefeld